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100 Jahre Czesław Miłosz. Artur Becker liest Miłosz in Schwalbach.

 

Artur Becker

Artur Becker

 

Günter Pabs: 11. Polnisches Kaleidoskop in Schwalbach. Artur Becker und Czeslaw Milosz.

100 Jahre Czesław Miłosz Artur Becker liest Miłosz und Becker.

Wer ist Czesław Miłosz? Wer kennt den polnischen Nobelpreisträger für Literatur? Wer hat seine Bücher gelesen? Artur Becker, der zum zweiten Mal in Schwalbach Gast des Polnischen Kaleidoskops ist, überraschte die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer in der Stadtbücherei gleich zu Beginn mit einem starken Bekenntnis zu Czesław Miłosz. Dass Czesław Miłosz in Deutschland nicht sehr bekannt ist, ist für Artur Becker Grund genug, um nicht aus seinem neuen Roman „Der Lippenstift meiner Mutter“ vorzulesen, sondern erst einmal aus seinem Essay „Das Lied vom Weltende – Zum 100. Geburtstagsjubiläum von Czesław Miłosz“.

Der Essay erscheint am Jubiläumstag am 30. Juni in der Frankfurter Rundschau.

Artur Becker ist es eine Herzensangelegenheit, den großen polnischen Dichter in das Bewusstsein der Menschen zu heben. So lässt er die Zuhörerinnen und Zuhörer teilnehmen an den Lebensstationen von Czesław Miłosz, der am 30. Juni 1911 in Litauen geboren und am 14. August 2004 in Krakau gestorben ist. Während der deutschen Besetzung kämpfte Miłosz im polnischen Untergrund. Sein 1943 geschriebenes Gedicht „Campo di Fiori“ ist, so Becker, „ein subtiler und verzweifelter Kommentar zu den schrecklichen Ereignissen während des Aufstandes im jüdischen Getto in Warschau.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er in Polens diplomatischen Vertretungen in den USA tätig. 1951 brach er mit den Machthabern der Volks-republik Polens und erhielt in Paris politisches Asyl.

Sein 1953 erschienenes Buch „Verführtes Denken” wurde aufgrund seiner Kritik am stalinistischen Regime in Polen verboten. Miłosz, so Becker, „protestiert nicht nur gegen die Versklavung im Namen der kommunistischen Ideologie, er kann auch den folkloristischen Nationalismus, Katholizismus und Opportunismus nicht akzeptieren“. Trotzdem „muss man ihn unbedingt als einen religiösen Dichter bezeichnen“.

1970 erhielt Miłosz die amerikanische Staatsbürgerschaft. Seine Bücher schrieb er aber weiterhin in Polnisch. 1980 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Das Verbot seiner Bücher wird in Polen aufgehoben und nach 30 Jahren Exil besuchte er im Juni 1981 wieder Polen. Danach werden seine Bücher erneut verboten. Erst mit der von der Unabhängigen Gewerkschaft Solidarność erkämpften Wende im Jahr 1989 kann Miłosz zwischen Polen und USA pendeln, bis er dann ab 2000 endgültig in Krakau lebte.

Viel zu wenig, so Artur Becker, liegt vom umfangreichen Werk Miłosz’s in deutscher Übersetzung vor. „Verführtes Denken“, „Das Tal der Issa“ sind im Suhrkamp Verlag, „West- und Östliches Gelände“ im Deutschen Taschenbuch Verlag, das „Lied vom Weltende“ und „Das Land Ulro“ im Verlag Kiepenheuer u. Witsch und „Mein ABC“ im Hanser Verlag erschienen. Für Artur Becker ist das Gedicht „Das Lied vom Weltende“ eines der schönsten überhaupt.

Danach entführt Artur Becker sein Publikum doch noch in die Masuren und stellt den Protagonisten in seinem neuen Roman „Der Lippenstift meiner Mutter“ vor; Bartek, den rebellischen Jugendlichen des kleinen Ortes Dolina Róż, das einst Rosenthal hieß. Wir lernen noch Schuster Lupicki und Opa Franzose, seinen Großvater, kennen und dann ist die Zeit auch schon wie im Fluge vergangen.

Artur Becker hat neugierig gemacht auf Czesław Miłosz und natürlich auch auf seinen neuen Roman „Der Lippenstift meiner Mutter“. Artur Becker, 1968 geboren als Sohn polnisch-deutscher Eltern lebt seit 1985 in Deutschland und schreibt polnische Literatur in deutscher Sprache. Er ist, was er aber nicht so gerne hört, ein Brückenbauer, der, so der Publizist Klaus Hübner, dazu beiträgt, dass Deutsche und Polen ein Bewusstsein einer gemeinsamen mitteleuropäischen Identität entwickeln.

Günter Pabst, Arbeitskreis Städtepartnerschaft Olkusz-Schwalbach

http://sowa.quicksnake.de/Arbeitskreis-Stdtepartnerschaft

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Czerwiec 11, 2011 - Posted by | Bez kategorii

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